Camper-Van Ausbau (Teil 4) – Elektrik
Camper-Van Ausbau (Teil 4) – Elektrik

Camper-Van Ausbau (Teil 4) – Elektrik

Camper-Van Ausbau (Teil 4) – Elektrik

Eines der sensibelsten Themen beim Camper-Van Ausbau ist die Elektrik. Zum einen weil es durchaus auch gefährlich werden kann wenn etwas falsch angeschlossen wird. Ruckzuck ist z.B. durch falsches Anschliessen oder zu geringe Querschnitte ein Kabelbrand entstanden und das teure Womo geht in Flammen auf.
Oder aber man hat beim Einkauf der Komponenten an der falschen Stelle gespart und bei einem der vielen chinesischen Billiganbieter Geräte gekauft, die oft weder ein CE-Zeichen noch sonstige Qualifikation haben. Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen!

Elektrik Einbau

Zum anderen sollte man, wenn man sich mit Elektrik nicht auskennt oder sich darin einarbeiten kann (wie auch beim Gas), lieber einen Fachmann der genau weiß was er/sie tut, die Verkabelung machen lassen.

Gute Elektrik Komponenten sind ihr Geld wert!

Tatsächlich gibt es gerade bei Elektrik-Komponenten welche im Wohnmobilen verbaut werden große, um nicht zu sagen extrem große, Unterschiede. Zwar bieten im ersten Blick für einen Laien die Geräte ähnliche um nicht zusagen „gleiche“ Werte. Ob aber ein Wechselrichter z.B. 1200W herausgibt oder 2000W sagt nahezu nichts über die Qualität der im Gerät verbauten Komponenten zu aus.
Viele denken dann 2000W ist besser als 1200W und kaufen dann ein solches Gerät weil es billiger ist und angeblich „mehr“ Leistung bringt. Im Praxiseinsatz zeigt sich dann erst wie das Gerät wirklich Leistung bringt und vor allem – wie.

Wechselrichter Victron

Auch wenn es sicher in der Bay oder bei Amazon oft günstige Angebote bestimmter Geräte wie beispielsweise Wechselrichter oder Ladegeräte gibt, sollte man es sich also lieber genau überlegen ob man gerade an dieser Stelle Geld einsparen will. Die Geräte der Fa. Victron zählen nicht zu den „billigen“ sondern gehören zu den hochwertigen Modulen.

Wir hatten mal einen zum Wohnmobil umgebauten Sprinter gemietet, dort war ein 2000W Wechselrichter der Fa. Ective verbaut (ein Gerät was auch viele Selbstausbauer verwenden weil es „viel Leistung“ hat aber sehr günstig ist). Der Lüfter dieses Gerätes sprang (auch nachts!) alle paar Minuten an und lief dann manchmal 30 min. mit lautem Getöse…

Hier gilt oft der alte Satz:

Wer billig kauft, kauft zweimal…

Wir haben wir uns nach reiflicher Überlegung, vielen Preisvergleichen und letztlich dann auch nach Rücksprache mit einem Profi aus guten Gründen für hochwertige und etwas teurere Komponenten der Elektrik entschieden. Diese Entscheidung haben wir bis heute nicht bereut.
Hier gilt es die Namen der Firmen Victron Energy und Votronic zu nennen. Beides deutsche Firmen die wirkliche Qualitäts-Komponenten herstellen, welche auch hervorragend aufeinander abgestimmt sind.


Nicht nur dass manche hochwertige Komponenten wie Wechselrichter oder Ladegeräte ganz andere Ausgangswerte haben als „Billgheimer“, geht es hier doch in erster Linie auch um die Sicherheit. Wer will schon riskieren dass einem bei der ersten Überlastung der Wechselrichter das Wohnmobil abfackelt…

Planung der Elektrik

Genau wie auch bei der gesamten Planung des Van-Ausbaus, sollte man gerade alle Komponenten und Einbauten seiner Elektrik sehr gut vorausplanen. Dazu gehört eine erste Liste die besagt WAS GENAU man benötigt, was man einbauen möchte und WO.

Verkabelung

Bei der Elektrik gilt wie zuvor auch: eine möglichst genaue Planung hilft Fehler vermeiden und den Arbeitsaufwand minimieren…

Um bestimmen zu können was man eigentlich genau benötigt, sollte man sich möglichst frühzeitig darüber klar werden was wo eingebaut werden sollte. Hier ein paar der wichtigsten Fragen die man zunächst für sich klären sollte:

  • Wo genau will ich Lampen haben?
  • Wo soll eine Steckdose hin und welche (12V, 220V, USB)?
  • Brauche ich 220V oder genügen mir ausschliessliche 12V-Stromversorgung?
  • Wo genau sollen die Kabel dazu verlegt werden?
  • Welche Querschnitte und Längen brauche ich? usw.

Je genauer diese Liste ist, umso exakter kann man hinterher strukturiert an seinem Ausbau arbeiten. Umso weniger Zeit man in seine Planung investiert, umso größer ist die Gefahr während des Arbeitens zurück geworfen zu werden und bestimmte Arbeitsschritte wiederholen oder ergänzen zu müssen. Das kann einen richtig viel Zeit kosten!

Der Stromlaufplan

Stromlaufplan_In_Sprinter

Ein Stromlaufplan veranschaulicht visuell die Positionen der einzelnen Einbauten und Komponenten, sowie ihre Verkabelung in der Theorie.
Damit der Einbau nicht „aus den Fugen“ gerät Hier als Beispiel die Eingangsseite unserer Stromversorgung 12V

Ein Stromlaufplan sollte alle Verbraucher und Energiequellen sowie deren Verkabelung detailliert auflisten. So weiss man hinterher was wohin gehört. Lasst Euch gesagt sein das Chaos ist schneller da als einem lieb ist. Und schnell hat man eine Komponente „vergessen“ die anschliessend beim Einbau noch integriert werden muss. Das kostet unnötig Zeit und Nerven.

Stromlaufplan_Out_Sprinter

In einem zweiten Stromlaufplan wird dann die Ausgangsseite des Stromverlaufes geplant…

Es geht ans Einkaufen…

Hat man (s.o.) einen Stromlaufplan mit allen Verbrauchern und Stromquellen erstellt, sollte man im zweiten Schritt eine Einkaufsliste anlegen mit den eigentlichen Teilen die man benötigt.

Oft vergisst man beim Einkauf (gerade online) wichtige Dinge wie bestimmte Kabel, Stecker, Adapter, Verteiler usw.

Also sollte man auch hier wirklich möglichst ins Detail gehen. Ein kleiner Tipp: plant immer 20-30% Material mehr ein als ihr tatsächlich zunächst denkt, z.B. bei Kabeln. Es ist (fast) immer zu wenig Material was man hat. Auch ich musste bei unserem Ausbau mehrmals nachbestellen. Das kostet Zeit und Geld.

Hier zeige ich Euch einmal die (erste) Liste unserer eigenen Einbauten in unserem Sprinter:

  • Offgridtec® 110W SP-Ultra 12V High-End Solarpanel
  • Offgridtec 8m 6mm2 Profi-Verbindungskabel (Solarmodul zu Solarladeregler)
  • Votronic MPP 250 Duo Digital 15A 12V MPPT Solar-Laderegler
  • Votronic 5747 VPC Jupiter 100 VPC Kombipanel
  • Votronic 3324 VCC 1212-30 12V zu 12V 30A B2B Ladewandler
  • Votronic 1287 Schalter-Panel 4 S 8A EIN/Aus mit LED Control
  • Umschaltstation für Netzvorrangschaltung USV Betrieb US-16 230V 16A 3600W
  • Votronic 2072 Switch Unit 100 12V / 24V Batterie Hauptschalter
  • Votronic 3208 Minus Distributor 12 50A 12V 24V
  • Votronic 3215 Plus-Distributor 8 Stromkreisverteiler Wohnmobil
  • LiFePO4 Akku 100Ah 12V Lithium
  • Landstrom-Ladegerät
  • CEE-Landstrom Dose
  • LED-Leselampen 2x
  • LED-Strahler (Downlights)
  • DOMETIC CRE65 Kompressorkühlschrank
  • Kupferlitze 2,5 mm2 – 50m
  • Kupferlitze 1,5 mm2 – 2 x 50m
  • Lautsprecherkabel 1,5mm2, 25m
  • Fahrzeugleitung 8mm2, 10m
  • 4 x 220V Steckdosen
  • 2 x USB Steckdose 12V
  • Wechselschalter Taster 12/220V
  • Einbau-Lautsprecher 300W
  • 50 WAGO-Klemmen 3er
  • 50 WAGO-Klemmen 2er

Wie man sehen kann schon eine recht beeindruckend lange Liste… und das war noch lange nicht alles.

Die Wahl der „richtigen“ Kabel ist entscheidend

Beim Kauf der Kabel sollte man unbedingt auf Qualität und den richtigen Querschnitt sowie die Art der Kabel achten!

Leitungen die 220V führen sollten (je nach Länge und Belastung) mit mindestens 2,5mm2 Kabeln oder stärker ausgeführt sein.

Wichtig ist im Fahrzeug immer sog. „Litze“ bzw. spezielle Fahrzeugkabel zu verwenden welche flexibel sein müssen.

Billige starre Elektrokabel aus dem Baumarkt taugen nicht da sie schnell brechen können, was Kurzschlüsse und Kabelbrand bedeuten kann!

Alle Leitungen welche 12V mit wenig Leistung versorgen sollen (wie z.B. LED-Lampen) können in 1,5mm2 Stärke ausgeführt werden. Aber auch hier Litze bzw. Fahrzeugkabel verwenden. 12V-Leitungen die Stärkere Ströme bedienen sollen wie z.B. USB-Steckdosen für Ladegeräte oder andere hohe Verbraucher, sollten ebenfalls mindestens 2,5mm2 Querschnitt oder mehr haben.

Zum Beispiel bei einem Kompressor-Kühlschrank wie unserem DOMETIC CRE65 müssen es (obwohl auch „nur“ 12V) sogar 8 mm2 (!!) sein, sonst läuft der Kühli nicht richtig. Ihr seht wie wichtig die korrekte Wahl der richtigen Kabel ist.

Verlegen der Kabel im Fahrzeug

Für das Verlegen der Kabel in den Holmen oder unter dem Boden sollte in jedem Fall immer Kabelkanäle verwendet werden. Man kann sicherlich solche etwas günstiger auch im Baumarkt kaufen. Aber auch hier ist darauf achten daß man die „flexiblen“ Kabelkanäle zu verwendet, auch wenn diese ein paar Euro teurer sind.
Man bedenke: das Fahrzeug ist ständig in Bewegung. Das heisst die Kabel können schnell an scharfen Kanten durchscheuern und dann im schlimmsten Fall Kurzschlüsse oder Kabelbrand auslösen.

WICHTIG: es dürfen NIEMALS 220V und 12V-Leitungen parallel verlegt werden sondern immer nur in getrennten Kabelkanälen. Das bietet zusätzliche Sicherheit, denn sollte doch unerwartet ein Kabel mal brechen können die hohen Ströme (220V) sich nicht auf andere Leitungen oder gar die Karosse (Metall) übertragen.

Abschließend nochmals der wichtige Hinweis: wenn man sich nicht wirklich mit Elektrik auskennt sollte man sich einen Fachmann/frau dazu holen der sich wirklich damit auskennt. Auch wenn es dann ggf. etwas (mehr) kostet. Spart nicht an der falschen Stelle, es geht dabei um Eure und die Sicherheit anderer. Und da hier mit teils hohen Strömen und Ampere gearbeitet wird hat Sicherheit die oberste Priorität!


So viel zum Thema Elektrik. Nach dem nun eine der wichtigsten Punkte erledigt sind geht es im nächsten Teil 5 weiter mit den Einbauten an der Karosse.

Camper-Van Ausbau (Teil 5) – Karosseriearbeiten

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