Es gibt gute Menschen und Arschlöcher … und das weltweit
Es gibt gute Menschen und Arschlöcher … und das weltweit

Es gibt gute Menschen und Arschlöcher … und das weltweit

Es gibt gute Menschen und Arschlöcher … und das weltweit

Ganz ehrlich? Ich kann das Gelaber und Genöle über „Ausländer“, „Sinti & Roma“, „Migrationshintergrund“, „Flüchtlinge & Migranten“ usw. nicht mehr hören! Diese ganzen AfD-Wähler die von sich behaupten sie seien keine Rassisten. Die „ganz normalen Bürger von nebenan“ die zwar immer schräg gucken wenn jemand nicht aussieht wie sie selbst, aber von sich behaupten sie seien doch ganz offen und freundlich gesonnen und „hätten nichts gegen Ausländer“. Nur eben nicht bei uns bitte… Leute denkt mal nach bevor ihr den Mund aufmacht. Hirn einschalten ist angesagt!

Es ist doch eigentlich relativ einfach, wie das Statement in der Überschrift schon sagt:

Es gibt gute Menschen und Arschlöcher … und das weltweit.

Ja und was sagt uns das jetzt? Ganz einfach: dass alle diese Diskussionen ob jemand hierher oder von woanders kommt, ob er/sie gelb, braun, weiss oder rot ist, völlig irrelevante Schattendebatten sind.

Jemand der sich öffentlich darüber aufregt „es würden zu viele Migranten in unser Land kommen“ der möchte doch bitte mal nach Simbabwe, den Irak oder Iran, Afghanistan oder Äthiopien fahren und einmal selbst dort leben, wenn das dort doch gar nicht so schlimm ist.

Aber anstatt sich darüber aufzuregen welche Versäumnisse die Politik der letzten 30-40 Jahre in diesen Ländern und auch bei uns angerichtet hat…

… mokiert man sich lieber über die Menschen die in ihrer Not hierher zu uns kommen – einfach weil sie sich ein „besseres“ Leben erhoffen oder einfach nur „überleben“ wollen. Jeder würde das tun. Jeder, auch diejenigen die lautstark rumnölen.

Natürlich sind wir uns alle darüber einig, daß wir nicht die ganze halbe Welt bei uns aufnehmen können. Dazu ist Deutschland viel zu klein.
Aber anstatt die Politik in die Haftung zu nehmen und Fragen zu stellen wieso es z.B. bei uns noch längst kein Einwanderungsgesetz gibt dass diesen Namen auch verdient, durch welche Menschen legal zu uns kommen können, wird dieser ganze Irrsinn auf denen abgeladen die am wengsten dafür können – den Menschen die zu uns kommen oder schon hier leben.

Damit wird den Schleppern und anderen Kriminellen Vorschub geleistet, ja sie werden geradezu unterstützt.
Genauso wie unmenschlisches Verhalten an unseren Aussengrenzen der EU.

Zur Durchsetzung der Schengen-Regeln wird undemokratischen Ländern wie Polen und Ungarn durch die Hintertür „erlaubt“ Gesetze zu brechen. Alle Länderin der EU haben die Genfer Flüchtlingskonvention unterschrieben. Handeln tun sie nicht mehr danach. Alles ist anscheinend heute erlaubt nur um zu verhindern dass Menschen zu uns kommen. Was dort an unseren Grenzen passiert ist einfach nur noch zutiefst unmenschlich!

In (fast) jedem anderen Land welches Einwanderung gestattet (Kanada, Australien, Schweden etc) gibt es ein funktionierendes Einwanderungsgesetz. Bei uns in Deutschland? Fehlanzeige.

Anderes Beispiel. Sinti & Roma. Sinti leben (nachweislich) schon seit mehr als 600 Jahren hier mitten unter uns in Deutschland. Die meisten sind inzwischen hier geboren, hier zur Schule gegangen, waren in der Armee und haben schon im ersten und zweiten(!) Weltkrieg an der Front gekämpft. Es sind also de facto Deutsche Staatsbürger.

Viele haben sich freiwillig angepasst, manche wurden zwangsweise sesshaft gemacht. Aber Sintis sind i.d.R. ganz normale Menschen wie Du und ich.
Und dennoch werden sie immer noch ausgegrenzt, nach dem uralten Motto „…hol die Wäsche rein die Zigeuner kommen…“ Wieso eigentlich?

Ich würde sagen aus demselben Grund warum z.B. Türken, Italiener, Araber (überhaupt „Südländer“), eben viele welche zu uns einstmals als Gastarbeiter kamen und nun 3. oder 4. Generation schon hier leben verächtlich als „Spaghettifresser oder Itaker, Mustafas oder Osamas“ (oder gar schlimmeres) tituliert werden. Man nennt es auch Rassismus.

Aber schauen wir noch mal mal weiter.

Ohne Bildung und kennen lernen kein Verständnis

„Ja, den Mohammed den kenn ich, der ist total in Ordnung…ein ganz netter…“, sagte mal ein Arbeitskollege in einer Firma zu mir, „aber die ganzen anderen Knoblauchfresser die können mir gestohlen bleiben. Die sollen da bleiben wo sie herkamen bzw wieder dahin zurück gehen.“
Was er allerdings vergaß zu erwähnen war dass „die ganzen anderen“ schon längst da waren und in 3. Generation im Block an der Ecke lebten!

Was der Bauer net kennt frisst er nicht…

Altes dt. Bauernsprichwort

Fakt ist einfach, daß in der Migrationspolitik hier bei uns vieles versäumt wurde in den letzten 40 Jahren. Um nicht zu sagen ein Komplettversagen der Politik in dieser Beziehung stattgefunden hat. Auch politisch verursacht und gewollt.

Anstatt dass man entsprechende Integrationsprogramme aufgelegt hätte (wie es z.B in skandinavischen Ländern gemacht wird), mit verpflichtenden Sprachkursen, mit deutscher Geschichte die gelernt und abgefragt werden wird. Und am Ende dieses Prozesses eine Zeremonie mit Einbürgerungsschwur und feierlicher Übergabe der Aufenthaltsgenehmigung stünde – statt dessen hat man immer nur gelabert und – nichts getan.

Damit hätte man all diejenigen die
zu uns gekommen sind vernünftig integrieren und diesen Entwicklungen vorbeugen können.

Jedenfalls wurde viel(!!!) zu wenig für Integration getan. Und das nicht nur seit 2015 nach der großen Flüchtlingswelle, sondern schon viel früher seit den 1960er Jahren.
Jetzt, heute wundert man sich nach Jahren der Untätigkeit, nach Jahren in welchen man in Afrika und sonstwo weltweit egoistische, eiskalte Despoten finanzielle Hilfe in Milliardenhöhe in den Hintern geschoben und sie damit quasi reich und unantastbar gemacht hat. Nachdem es mittlerweile echte Ghettos in Deutschland gibt (nicht nur aber auch Prenzlauer Berg, Marzahn oder Duisburg), jetzt reibt man sich verwundert die Augen dass es diese gibt und fast kein Deutscher dort mehr leben kann oder will.

Man wundert sich heute darüber dass dort Drogen vertickt werden, dass Gangs dort die Strassen kontrollieren, es Bezirke gibt in welchen die Polizei nur mit halben hundertschaften einfährt um dort für Ruhe zu sorgen usw. …? Nachdem man jahrelang weggeschaut hat um bloß nichts dafür augeben zu müssen?

Mich wundert mittlerweile gar nichts mehr.

So beschreibe ich das auch in meinem Song „Where is the world“ von 2006, dessen Text ich hier abdrucke.

Wer sich nicht kennt, versteht sich nicht

Doch zurück zu meinem Eingangs-Statement. Die Welt ist eigentlich relativ einfach in diese zwei Kategorien von Menschen einzuteilen. Es gibt weltweit nette Menschen und es gibt weltweit Arschlöcher. Egal wo man hinkommt ist das so. Komischerweise hat das weder mit der Hautfarbe, der Nationalittät oder dem Geschlecht etwas zu tun. So ist meine persönliche Erfahrung und die vieler Menschen mit denen ich schon Kontakt hatte. Und ich bin viel gereist in meinem Leben…

Es scheint irgendwo in der DNA von uns Menschen zu liegen, daß immer das oder derjenige den ich nicht kenne mir Angst macht. So wie wir früher Angst hatten allein in den dunklen Keller zu gehen um dort was zu holen. Als Kind eine Strafe. Woran lag das?
Man kannte es nicht, wusste nicht ob da ein Monster in der dunklen Ecke lauert. Später als man den Keller dann schon zig mal betreten hatte mit genug Licht und ihn dann „kannte“ war die Angst auf einmal so gut wie weg. Ok, kein Ort an den man „gerne“ ging, aber die Angst war erst mal weg.

Und so geht es uns auch mit anderen Menschen. Jede(r) den ich nicht „kennen gelernt“ habe erscheint mir erst mal suspekt, muss abgecheckt, eingeordnet, kategorisiert werden um zu sehen ob er/sie eine potentielle Gefahr darstellt oder nicht. Das ist interessanterweise auch überall auf der Welt gleich.

Kommt man selbst als „Fremder“ in ein anderes Land so ist man dort auch erst mal der „Ausländer“ den es abzuchecken und einzuordnen gilt. Und der ggf auch abgelehnt oder gar beschimpft wird. Weil man ggf. die Sitten gegenseitig nicht kennt, sich dadurch falsch verhält. Oder manchmal einfach auch nur aus purem Rassismus. Den gibt es nämlich auch (leider) weltweit.

Lernt man sich aber hingegen persönlich kennen, auf einer Ebene, auf Augenhöhe, wo keine besser oder keiner schlechter als der andere gestellt ist und behandelt wird, respektvoll und umsichtig, dann kann man auf einmal entdecken dass der „Mustafa“ oder die „Yolanda“, der „Salif“ oder die „Min-kai“ (oder wie er/sie auf der Welt dann immer heissen mögen) eigentlich nette Menschen sind. Nette Menschen wir Du und ich. Oder eben Arschlöcher.

So ist es mit allen Menschen. Überall auf der Welt.
Wer von denjenigen die z.B. hier bei uns über Sinti & Roma abfällig reden hatte jemals persönlich Kontakt zu ihnen gehabt? Wer von denjenigen die Worte wie „Kümmelfresser, Kanacken, Ausländerpack“ (und welche Beleidigungen sonst noch) aussprechen hat mit Ausländern je wirklich persönlich zu tun gehabt, sie persönlich kennen gelernt, sich mit ihnen über ihr Leben und das eigene ausgetauscht?

Ich würde persönlich behaupten vielleicht 2%. Na gut sagen wir 5%. Das bedeutet also 95% derjenigen die so reden haben KEINE AHNUNG worüber sie eigentlich reden. Und sie tun es also auch aus Angst. Oder falls nicht, aus fehlgeleitetem Wissen, angefeuert von irgendwelchen rassistischen Ideologen.

Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus…

Nicht umsonst heisst es „Reisen bildet“. Nur kommt es auch auf die Art des Reisens an. Wenn ich nur wegen des schönen Strandes in ein Land fahre, mir aber ansonsten die Menschen in diesem Landstrich oder ihre Sitten und Gebräuche komplett am Hintern vorbei gehen, dann kann ich diese Erfahrung auch nicht machen. Leider tun das viel zu viele, gerade viele von uns Deutschen.

Ich habe auf meinen Reisen in jedem Land in dem wir waren nette Menschen kennen gelernt und hatte (fast immer) auch persönliche Kontakte in dem jeweiligen Land, habe dort Familien persönlich kennen gelernt. Wenn man sich aufeinander einlässt geht das.

Es gibt nette Menschen und Arschlöcher und das weltweit. Als lasst uns bitte die Arschlöcher aussortieren und uns mit netten Menschen umgeben. Indem wir sie und sie uns kennen lernen, wir repektvoll miteinander umgehen lernen und wir dafür sorgen können dass auch ein aus Angst und schlechter Bildung resultierender Rassismus zu einer austerbenden Gattung gehören werden. Eines Tages wenigstens.


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