Mensch, lass bitte den Wald in Ruhe!
Mensch, lass bitte den Wald in Ruhe!

Mensch, lass bitte den Wald in Ruhe!

Mensch, lass bitte den Wald in Ruhe!

Viele Menschen „lieben“ Wald. Als Ausflugsziel, als Sportumgebung, zum Spazieren gehen oder auch als „letzte Ruhestätte.
Ich auch, denn Wald ist in der Tat etwas wunderbares. Wald gibt uns frische Luft in dem er CO2 umwandelt und in der Athmosphäre bindet. Wald gibt uns Menschen Erholung, Ausgleich, Ruhe und Tieren ein reichhaltiges Zuhause. Ich liebe den Geruch von frischer Erde, von Bäumen und Moosen, Gräsern, Sträuchern und Blumen. Die Kühle im Sommer, das Blätterdach der Bäume daß sich wie eine schützende Hand über uns ausbreitet.

 

Doch leider ist der Wald auch Wirtschaftsraum und Holzlieferant. Weswegen er an vielen Orten dieser Welt „genutzt“ wird, um nicht zu sagen ausgebeutet wird. Stichwort „Nutzwald“, was für ein furchtbares, vernichtendes Wort...

 

Aber für diesen Raubbau müssen wir noch nicht mal mit dem Finger nach Brasilien zeigen, wo seit der Herrschaft des derzeitigen Präsident Bolzonaro der Regenwald quasi dem hemmungslosen Raubbau preisgegeben wird. Nein. Hier in Deutschland wird mit den Wäldern genauso „gehaust“, werden die Wälder gnadenlos ausgebeutet.

Nutzung durch Abholzung immer legal?

Die Nutzung des Waldes und deren Inhalt wird in Deutschland durch das „Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft (Bundeswaldgesetz)“ abgekürzt BWaldG, geregelt.

Demnach sind darin folgende wichtigen Punkte geregelt:

Zweck dieses Gesetzes ist insbesondere,
1. den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar-und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern,
2. die Forstwirtschaft zu fördern und
3. einen Ausgleich zwischen dem Interesse der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen

(Quelle: Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz)

Das bedeutet natürlich auch, daß nicht jeder Waldbesitzer mit dem ihm eigenen Wald machen kann was er will. Aber es bedeutet auch gleichsam, dass die ihm/ihr die Nutzung seines Eigentums unter bestimmten bedingungen gestattet wird. Also ist die Nutzung des Waldes, sprich deren kommerzielle Ausbeutung im Rahmen der bestehenden Gesetze (leider) legal.

Warum leider? Nun es wäre besser man würde den Wald einfach mal „in Ruhe lassen“. Wieso? Schauen wir weiter.

Vernichtung durch exzessive Nutzung

Wie wir oben gelesen haben ist die legale „Nutzung“ des Waldes durch das Gesetz abgedeckt. Zumindest im Rahmen dessen was dort beschrieben steht. Aber wird auch danach gehandelt? Wie immer in unserer Gesellschaft kann man sicher nicht pauschalisiert von DEN Waldbesitzern gesprochen werden.

Es gibt also sicherlich genauso verantwortungsbewusste Waldbesitzer die ihren Wald gemäß den geltenden Regeln pflegen und „nutzen“. Was aber ist mit den vielen anderen die das nicht tun?

 

Seit Jahren wird der bemitleidenswerte Zustand des Waldes allenthalben bedauert, wird betont wie „wichtig“ der Wald für unser aller Wohl ist. Und daß er unbedingt schützenswert ist. Aber wird der Wald auch wirklich geschützt?

 

Tatsache ist leider, daß durch die unsachgemäße bzw übermäßige Nutzung des Waldes, sprich Abholzung von großen Nutzflächen der Wald immer mehr geschädigt wird.
Wie man heute weiss, sind es insbesondere die schweren Maschinen wie Raupen, LKWs und anderen die im Wald zur Abholzung eingesetzt werden, welche den Waldboden empfindlich schädigen. Dadurch trocknet der Boden aus und Humus kann sich nicht mehr bilden, wird damit immer unmöglicher einen gesunden Wald zu erhalten.

Monokulturen vs. Mischwald

Mittlerweile hat sich allerdings auch langsam wieder die Erkenntnis durchgesetzt, dass die jahrzehntelang künstlich angelegten Waldflächen mit kilometerlangen Monokulturen kein ökologisches, allenfalls ökonomisches Wirtschaften sind.
Weswegen man sich so langsam wieder davon verabschiedet, nicht zuletzt ausgelöst durch den „Klimawandel“ der dem Wald in Deutschland in den letzten Jahren zusätzlich enorm zugesetzt hat.

Extreme Trockenheit, Borkenkäferplagen, Waldeinschlag, Stürme und Unwetter … dem Wald geht es (weltweit) nicht gut.

Aber auch wenn sich die o.g. Erkenntnis bei den Verantwortlichen, bei Waldbesitzern, Förstern oder dem Staat (als Waldbesitzer) ganz laaangsam wieder durchsetzt, wird leider oft genug nicht danach gehandelt. Zwar werden heute gerodete Flächen immer öfter mit „Mischwald“ wieder aufgeforstet, also mit verschiedenen Baumarten anstatt wie viele Jahre zuvor mit reinen Monokulturen. Aber auch hier greift der Mensch wieder in die Natur ein, ohne darüber nachzudenken ob dies eigentlich der „richtige Weg“ ist den Wald zu regenerieren.

Lesen wir einmal was es zum Thema Wald und Naturierung im Netz zu lesen gibt:

„Wir kennen Wald hier in Deutschland vor allem als Wirtschaftswald, da 97 % unserer Wälder bewirtschaftet sind. Unser Bewusstsein kennt keine ursprünglichen Wälder mehr, da wir von klein auf nur forstwirtschaftlich genutzte Natur zu Gesicht bekommen. Das heißt, es werden künstlich angelegte Bäume herangezogen, die später zur Rohstoffgewinnung gefällt werden und nicht ursprünglich und unberührt wachsen dürfen.
Das beginnt bereits bei der Aufforstung in einem Wirtschaftswald: dort werden Setzlinge viel enger gepflanzt, um keinen Asttrieb, sondern möglichst gerades Höhenwachstum zu entwickeln. Und dann beginnt die Forstwirtschaft bereits nach 10-15 Jahren mit ersten und regelmäßigen Durchforstungen. Dabei werden Lebensraum, Heimat und die letzten Rückzugsorte von Tieren gestört, Böden verdichtet und monokulturartige Wälder angepflanzt.
Hierzulande wird Urwald im Sprachgebrauch oft synonym zu Regenwald verwendet, obwohl die Begriffe im Grunde Unterschiedliches meinen. Urwald bezeichnet, ganz unabhängig von Region und Klimazone, ursprünglichen Wald, der ohne menschliche Eingriffe und Einflüsse wächst und gedeiht und nicht wirtschaftlich genutzt wird. Urwälder beherbergen im Vergleich zum Wirtschaftswald die größte Artenvielfalt.
Deutschlandweit gibt es gerade mal 0,6 % Wildnis und eigentlich keine richtigen Urwälder mehr, wo doch vor dem Mittelalter ganz Europa von einem Urwald bestehend aus Eichen und Buchen bewachsen war. Weltweit sind nur noch 21 Prozent der Wälder Urwälder.“

(Quelle Umweltdruckerei)

Lasst den Wald einfach in Ruhe

Das ist die Botschaft die einige Waldökonomen mittlerweile öfter verstanden haben und an manchen Stellen dies auch schon praktiziert wird. So kommuniziert z.b. das Umweltbundesamt diese Erkenntnis u.a. mit dieser Aussage:

Gewässerrandstreifen⁠ – Eintrag von ⁠Totholz⁠ fördern – Totholz, also abgestorbene Bäume oder deren Teile, entsteht durch natürliche Absterbeprozesse der Gehölze im Gewässerrandstreifen, aber auch durch forstliche Eingriffe.
Wenn es die Abflussverhältnisse zulassen, ist es vorteilhaft, Totholz in den Fließgewässern zu belassen, denn durch Totholz wird die Vielfalt von Gewässerstrukturen, Lebensräumen und Arten gesteigert.
Das Nahrungsangebot für aquatische Organismen wird erhöht und Totholz trägt durch seine Wasserrückhaltung zum dezentralen Hochwasserschutz bei.

(Quelle Umweltbundesamt)

Mensch, lass doch bitte den Wald in Ruhe!

Die Natur zeigt uns immer wieder daß sie es am allerbesten beherrscht sich zu regenieren ohne daß der Mensch dort eingreifen muss. Manchmal sogar deutlich schneller als das manche sog. „Umwelt-Experten“ dies vorhergesagt haben.

Das o.g. Zitat ist nur eine Aussage von einigen mehr welche die „natürliche Renaturierung“ des Waldes zum Thema haben. Was bedeutet das? Ganz einfach: lasst den Wald in Ruhe.

Überall da wo der Mensch in die Natur eingegriffen hat ist nichts gutes dabei heraus gekommen.

Der Wald regeneriert sich am Besten wenn man ihn einfach sich selbst überlässt! Das sollten die ÖkonomInnen und ÖkologInnen welche mit Waldwirtschaft im weitesten Sinne zu tun haben einmal verinnerlichen und vor allem – anwenden!
Daher lautet mein Plädoier an dieser Stelle erneut: lasst den Wald bitte einfach in Ruhe.


Vielleicht regenriert sich die Natur nicht in dem Tempo in welchem der Mensch das manchmal gerne hätte. Aber eben so wie es die NATUR selbst am Besten evolutionieren und umsetzen kann.

Lassen wir den Wald einfach in Ruhe, überlassen wir ihn sich selbst. Wenn ein Baum umfällt weil er abgestorben ist und langsam zerfällt wird daraus Humus. Und er bietet Lebensraum für viele kleine Arten von Insekten Käfern, Larven etc welche wiederum den Lebensraum in ihrer Diversität unterstützen.

Egal ob es sich dabei um die künstliche Ansiedlung von Tierarten, Bäumen oder anderen Eingriffen in die Natur handelt – überall dort zeigen sich die negativen Effekte von Eingriffen in die Natur, weil der Mensch nicht den Überblick über das gesamte große Ganze gewahrt hat und versteht das alles Eins ist. Oder nicht darauf hören will. Verändere ich ein Stück Natur an einer Stelle, hat es Auswirkungen an anderer Stelle.

Lesen wir nochmals was die Umweltdruckerei dazu sagt:

Der Vorteil eines Urwaldes ist, dass jeder gepflanzte Baum von uns so lange wachsen darf, wie es ihm beliebt. Zum Vergleich: Der älteste Baum unseres Planeten ist stolze 9.550 Jahre alt; hingegen dürfen die Bäume in der Forstwirtschaft in der Regel maximal 60-120 Jahre alt werden.
Wir wollen mehr unberührte Natur, mehr uralte Bäume, die als Mahnmal dienen sollen, um in Zukunft sorgsamer mit der Natur umzugehen und der Natur und Tierwelt Achtung und Lebensraum zurückzugeben. Deshalb erwerben wir alle unsere Flächen in die Gemeinnützigkeit und stellen sie dauerhaft unter Schutz. Nur auf eigens dafür erworbenen Flächen kann nachhaltige Aufforstung mit unberührter Natur entstehen. Wir wollen auf allen unseren Flächen Orte maximaler Artenvielfalt schaffen.

(Quelle: Die Umweltdruckerei)

Das kann ich genau so zu 100% unterschreiben. Lasst uns mehr natürliche, unberührte Natur wagen und verstehen, dass wir vielleicht „die Krone der Schöpfung“ sein mögen, aber dass wir uns dann auch so verhalten müssen.


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