Nicht alles was man billig kauft ist auch günstig!
Nicht alles was man billig kauft ist auch günstig!

Nicht alles was man billig kauft ist auch günstig!

Nicht alles was man billig kauft ist auch günstig!

laubblaeser

Wer kennt das nicht: man hat ein „günstiges“ Angebot einer Ware gekauft (heute vorzugsweise aus China), und nach kurzer Benutzung ist das Teil schon wieder kaputt?

Heute wird Ware immer weniger auf Haltbarkeit produziert, sondern darauf möglichst schnell kaputt zu gehen. Damit man wieder neues kauft. Das nennt man im Fachjargon auch „geplante Obsoleszenz“.

Geplante Obsoleszenz (auch: geplanter Verschleiß, Produktvergreisung) ist eine Marketingstrategie, bei der das Veralten eines Produktes (Obsoleszenz) vom Hersteller geplant und konzeptionell vorgesehen ist.

Quelle: Wikipedia

Wie kann das eigentlich sein? Alle diskutieren über „Nachhaltigkeit“, Klima- und Umweltschutz – aber in der Produktion passiert genau das Gegenteil von dem was passieren müsste. Nun ist es an uns Verbrauchern das an der Ladenkasse oder beim Onlinekauf zu beeinflussen.

Nicht das billigste ist auch das Beste!

Das gilt im Übrigen auch für Dienstleistungen. Aber komischerweise hat nie jemand weiter drüber nachgedacht scheint es. Jedenfalls gilt „Geiz“ heute fast als wichtigstes Indiz bei vielen Kaufentscheidungen. Wann genau das alles angefangen hat lässt sich kaum noch nachvollziehen.

Ein wichtiger Termin war aber sicher der Start des Marketing-Slogans“Geiz ist geil“ der Fa. Saturn-Hansa ab Oktober 2002, der inzwischen (Gotts sei dank!) wieder abgeschafft wurde.

Trotzdem ist seither ist dieses (leider) als ein geflügeltes Wort in aller Munde. Hören wir mal was die bekannte Kolumnistin Elke Heidenreich dazu zu sagen hat:

Im Wörterbuch der Brüder Grimm wurde das heute so massenhaft als oft einziges Adjektiv, wenn es um Anerkennung geht, benutzte geil noch als lustig, ausgelassen, übermütig erklärt, aber auch zurückgeführt aufs Romanische galant. Und im Liebessinne hieß geil dann später: gut drauf. Also aus lustig wurde so etwas wie lüstern.
Und daher leitet sich wiederum ab, dass geil auch fruchtbar hieß oder trächtig: Eine Kuh geht geil hieß – sie ist trächtig, das war 1482.

Und weiter heisst es: „Vielleicht ist es geil, für Produkte immer weniger zu zahlen, Preise immer mehr zu drücken. Vielleicht hat Ihr Werbeberater (Anm. „von Saturn“) Sparsamkeit mit Geiz verwechselt, vielleicht hätte man einen zweiten Gedanken auf diesen Satz verwenden sollen?“
Aber für einen zweiten Gedanken hat es offenbar bei Saturn nicht gereicht, und so zitieren wir einen Satz des Schriftstellers Ludwig Börne, der da lautet:
„Es gibt Menschen, die geizen mit dem Verstande wie andere mit ihrem Geld.“

Quelle: FAZ.de

Genau das passiert heute leider massenhaft. Ein Produkt oder eine Dienstleistung muss BILLIG sein damit sie einen Zuschlag erhält. Es zählt (nur noch bedingt) die angebotene Ware oder Leistung sondern in erster Linie der Preis.

Billigware (aus China) überschwemmt den Markt

Begannen bereits in den späten 1990er Jahren die asiatischen Länder wie Taiwan (ehem. chinesische Provinz) oder Japan damit haufenweise Billigprodukte auf den Markt zu bringen gegen die ein europäisches Unternehmen preislich einfach nicht konkurrenzfähig sein konnte, so kommen die meisten Billigwaren heute aus China. Und das massenhaft.

Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner. China war 2020 zum fünften Mal in Folge Deutschlands größter Handelspartner. Im Jahr 2020 belief sich das bilaterale Handelsvolumen auf 212,1 Milliarden Euro (2019: 205,6 Milliarden Euro). Damit entfällt mehr als ein Drittel des gesamten Handelsvolumens der EU mit China (rund 586 Milliarden Euro) auf Deutschland.

Die deutschen Importe aus China betrugen 2020 116,3 Milliarden Euro (2019: 109,9 Milliarden Euro).

Quelle: BMWI

Wiederholen wir noch mal: Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner.
Das erklärt auch den mittlerweile übergroßen Marktanteil von chinesischen Billigwaren auf dem europäischen und deutschen Markt.

Egal ob es sich dabei dann um billige LED-Leuchten, Weihnachts-Schmuck, Kinderspielzeug oder Kleidung, Elektronik, Handys, Werkzeug oder was auch immer handelt. All das wird mit billigsten Materialien unter großer Resourcenverschwendung und Umweltverschmutzung hergestellt und zu billigsten Preisen auf die Märkte geflutet.

Über die eigentliche Qualität der Waren wird (bei dem Preis!) einfach nicht mehr diskutiert. Warum auch? Wenn es kaputt geht, wirft man es einfach weg und kauft ein neues.

Auch das ist Teil des neuen „Seidenstrassen“-projektes von Staatschef Chi-Jin-Ping mit dem man weltweite Marktmacht zu erreichen sucht.

Bei dem Preis? Nicht nur Waren auch Dienstleistungen sind betroffen

Ja, bei DEM Preis schaut man also einfach nicht mehr richtig hin, wenn etwas billig ist. Da geht es um u.a. das eigene „Belohnungs-Zentrum“ im Gehirn, welches Dopamin ausschüttet sobald wir einen billigen Preis sehen und uns damit zu willfährigen Käufern und Auftraggebern macht, wie ich schon in meinem Artikel „Geiz ist immer noch geil, oder wie war das?“ zum Thema geschrieben habe.

Leider ist das aber eben mittlerweile auch bei Dienstleistungen so, wodurch mittlerweile viele von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, Firmen jahrelange Geschäftsbeziehungen und Aufträge gestrichen werden – einfach weil ein anderer Anbieter „billiger“ ist. Es wird nicht mehr geschaut WELCHE Leistung jemand erbringt, WAS genau er/sie dafür tut, sondern nur noch der Preis wird betrachtet.

Was man aber eben auch beobachten kann ist, daß wenn man diese Billigprodukte kauft sie eben auch schnell wieder kaputt sind. Die Eingangs erwähnte „geplante Obsoleszenz“ der Hersteller.

Im Sinne einer nachhaltigen Lebensweise sollte sich jeder also auch hier überprüfen, insbesondere beim Kauf von „billigen“ Waren und dabei gerade auch im online (siehe die Verkaufszahlen von Amazon).

Vielleicht sollte man also mal ein grundsätzliches Umdenken in unserer Gesellschaft anstreben, welches nicht das BILLIGSTE sondern wieder das BESTE einer Ware oder einer Dienstleistung honoriert. Anstatt andauernd nur noch wie der Hase auf die Schlange auf den Preis zu schielen. Das geht allerdings nur und hat Erfolg wenn ALLE mitmachen.

Zum Glück hat sich mittlerweile bei vielen Käufern die Erkenntnis durchgesetzte das folgende Sprichwort wieder mehr zu beherzigen:

Wer billig kauft, kauft zweimal!


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