Offener Brief an Greta
Offener Brief an Greta

Offener Brief an Greta

Offener Brief an Greta

Greta Thunberg und Kornelia Kirchweger

Die ehemalige APA-Mitarbeiterin und Auslandsexpertin Kornelia Kirchweger hat einen Offenen Brief als Antwort auf Gretas Ausrasten bei der UNO veröfffentlicht

Ich veröffentliche diesen hier, weil ich ihn zu 100% unterschreiben kann. Ich hätte die Worte nicht besser wählen können, denn das entspricht genau dem was ich denke.

Hier nun Kirchweger´s offener Brief an Greta:

Liebe Greta: In Anerkennung Deines Engagements und Deiner Kraft, die Du im Glauben an eine vermeintliche, alles zerstörende Klimakrise investierst und als Reaktion auf Deine jüngste – kaum von Dir verfasste Wut-Rede vor der UNO, weise ich hier Deine Anschuldigungen entschieden zurück.
Dies auch im Namen vieler anderer, die mir ihre Empörung darüber mitteilten.


Mit Tränen in den Augen beschuldigst Du „Uns“ pauschal, wir hätten Dir Deine Träume, Deine Kindheit gestohlen, Du solltest gar nicht hier stehen, sondern in der Schule sein. Du wirst „Uns“ das nicht durchgehen lassen und „Uns“ im Auge behalten.

Wow! Deine aufgestachelten Worte entspringen einer grenzenlosen Ahnungslosigkeit.

Denn, ist es nicht gerade Deine Generation, die diese Wegwerfgesellschaft am Leben erhält?
Du und Deine Altersgenossen leben in einem nie dagewesenen, materiellen Überfluss, den ihr wie selbstverständlich beansprucht und Euren Eltern abverlangt.
Ich gehöre zu jener Generation, die in den 60er Jahren aufwuchs.

Liebe Greta, wir lebten damals klimafreundlicher, als Du und deine unwissenden Kinder-Anhänger es sich überhaupt vorstellen können.

Wir trugen die Kleider unserer älteren Geschwister auf, Strumpfhosen und Socken wurden gestopft, Kleidung wurde nicht weggeworfen – alles verwertbare, wie Knöpfe oder Reißverschlüsse, herausgetrennt. Der Rest wurde als Flicken oder Putzlappen verwertet.

SUVs

Unser Schulweg dauerte eine Stunde oder mehr. Es gab keinen Schulbus und unsere Eltern chauffierten uns nicht zum Unterricht.

Schulbücher wurden von einer Klasse an die andere weitergegeben. Unsere Fahrräder hatten nur einen Gang und wir waren stolz darauf. Den Einkauf erledigten wir zu Fuß – im Einkaufsnetz. Geschenkpapier wurde vorsichtig geöffnet und wieder verwendet.

Gebadet oder geduscht wurde nicht jeden Tag und nicht jeder Haushalt hatte damals eine Waschmaschine oder gar ein Auto.
Unsere Zimmer waren nicht voll mit Plastik-Spielzeug.
Wir hatten keine elektronischen Spiele und keine Smartphones.

Wir verbrachten unsere Jugend auf Wiesen und in Wäldern, nicht auf WhatsApp oder Instagram. Wir waren dreckig aber gesund und litten nicht an Fettsucht, Allergien und Depressionen.

Wie scheinheilig Eure Proteste doch sind! Kinder in Deinem Alter verursachen mehr CO2 als alle Jugendgenerationen davor.
Eure Schränke sind voller Kleider, von Kindersklaven in Asien genäht.

Eure coolen Smartphones und Tablets landen regelmäßig als Schrott in den armen Ländern.
Alles, was ihr im Überfluss habt und fordert, wird mit CO2-Ausstoss produziert und zumeis
t importiert.
Gerade Ihr seid deshalb kein Vorbild für eine klimafreundliche Gesellschaft.

Deshalb, liebe Greta, nimm lieber Deine Altersgenossen ins Gebet und widme ihnen Deinen Zorn.
Bei uns ist er nämlich völlig fehl am Platz.

(Quelle: Kornelia Kirchweger)


Soweit der offene Brief. Nur um eventuellen Mißverständnissen vorzubeugen: ich bin weder ein Leugner der Klimakrise, noch der Meinung es müsse „nichts getan werden“. Auch verstehe ich durchaus die Ängste und Sorgen der jungen Generation und mit welcher Motivation sie (zu recht) protestieren. Aber man muss ab und an auch die Kirche im Dorf lassen und realistische Ideen anstreben. So wie ich es schon in meinem Beitrag zu Fridays-for-Future geschrieben habe.

Wir haben, als damals junge Generationen, ebenso Angst gehabt. Angst vor atomarer Auseinandersetzung, vor einem Krieg, vor einer Reaktorkatastrophe. WIR haben sie erleben müssen, ihr heutigen Jungen nicht. Wir haben dennoch überlebt, denn die Welt wird sich (auch zur Not ohne uns) in Millionen Jahren noch weiter drehen…

Was absolut nervt ist der Absolutismus mit dem eine kleine Greta dahergelaufen kommt, alle beschimpft die nicht ihrer Meinung sind, als habe sie mit ihren gerade mal 17 Jahren die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Liebe Greta, auch wenn es schwer fällt: sei ein junges Mädel, genieße Deine Jugend solange sie dir offen steht. Sei aktiv, ja. Sei mutig, ja. Sei von mir aus Aktivistin oder was immer Du sein willst. Aber respektiere dass es andere Menschen gibt ausser Dir, die auch was wissen.

Und beginne am Besten selbst mal nach den Idealen zu leben die Du so lautstark einforderst. Deine „Jugendbewegung“ hast Du nur aufbauen können weil ihr alle permanent online und damit vernetzt seid. Auf Instagram, Facebook, Twitter und sonstwo…permanent online. Glaubst Du etwa dies fresse keine Resourcen oder wo kommt Dein Strom für all das her? Du fliegst in der Welt herum um Vorträge zu halten und anderen unter die Nase zu reiben was sie (wir) alle falsch machen würden. Fass Dich an Deine eigene oder glaubst Du etwa DAS sei klimaneutral? Mitnichten. Lebe getreu nach dem Motto „…was Du nicht willst dass man Dir tue…


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