Wir campen … wenn ich diesen Satz schon höre …
Wir campen … wenn ich diesen Satz schon höre …

Wir campen … wenn ich diesen Satz schon höre …

Wir campen … wenn ich diesen Satz schon höre …

Camper

… ja, nee, is klar …

Oh mann, ich könnte … uaahhgh (mich übergeben) wenn ich diesen Satz heute höre.

Was waren das noch für schöne Zeiten als Campen als unsexy galt. Heute „campt“ tatsächlich jeder Hinz und Kunz und meint damit ganz hip zu sein. Bloss weil Corona das reisen eine zeitlang eingeschränkt hat, haben wir nun als Dank lauter weiße Kolonnen mit Campingfahrzeugen.

Die Stell- und Campingplätze sind gleichermaßen überfüllt mit unfähigen Camping-Neueinsteigern, Familien mit quengelnden Kindern oder „Glampern“ welche meinen weil sie „den teuersten und größten“ haben gehöre ihnen gleich der Platz mit.

Leute fahrt doch bitte wieder mit eurer Aida auf Kreuzfahrt, bucht eine Flugreise sobald es möglich ist und lasst eure Camper stehen. Oder noch besser verkauft sie doch bitte gleich wieder!

Lieber Herrgott, beschütze uns vor Sonne und Wind und Campern die keine Camper sind…“

Autor unbekannt (aber gut)

Genau so möchte man es denen allen entgegen rufen. Was waren das für schöne Zeiten als man auf einen Campingplatz kam und gesagt bekam „…suchen Sie sich einen Platz aus und sagen Sie mir dann die Platznummer bei der Anmeldung…“. Heute heisst es dagegen „wenn Sie Glück haben reist übermorgen jemand ab. Dann können Sie dessen Platz haben…“


Überforderte FahrerInnen

Nein, wir alle haben mal angefangen und (natürlich) kann ich viele verstehen welche auf diese Form des Reisens gestossen sind, ich liebe sie seit vielen Jahren ja selber auch. Und ja, was man selbst in Anspruch für sich nimmt muss man doch anderen auch gönnen, oder nicht?

Ich sage nee, nicht wirklich. Ganz ehrlich? Für mich gehören 95% der heutigen „Camper“ nicht auf so ein Fahrzeug. Viele haben noch nie ein grosses und schweres Fahrzeug mit 3,5 Tonnen (geschweige denn mehr) unterm Hintern gehabt. Man sieht es daran dass sie nicht fahren können.

Unfähige Camperfahrer

Man sieht es z.B. beim stundenlangen rangieren auf dem Platz, rauf auf die Keile, runter von den Keilen. Dabei stundenlang den Motor laufen lassend um die sie umgebenden Nachbarn mal so richtig schön einzustänkern.

Wenn dann endlich eingeparkt ist, wird mit großem Brimborium der gesamte Hausstand aufgebaut, vom Weber-Grill über Sonnenschirm, Liege bis Hundeställchen ist alles dabei. Jägerzäunchen inbegriffen (alles schon selbst gesehen!). Und dann wird der Fifi laut bellend auf den Platz gescheucht, damit der erst mal allen Anwesenden klar macht wer hier der Chef(-Hund) auf dem Platz ist…


Thema Hunde

Überhaupt Thema Hunde. Ich liebe Hunde habe selbst ein wunderbare Hündin gehabt (welche leider vor 3 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen ist).

Was dort auf den Plätzen von den heutigen Campern mit ihren Hunden teilweise abgezogen wird überbietet wirklich alles da gewesene. Viele Hunde hinterlassen da ihr Geschäft völlig ungeniert mitten auf dem Stell- oder Campingplatz, aber mann/frau-chen tut so als habe mans nicht gesehen, schaut geflissentlich dran vorbei und geht weiter seiner Wege als sei nichts passiert.

Hunde

Anstatt die obligatorischen Kotbeutel aus der Tasche zu ziehen und Fifis Hinterlassenschaft darin zu entsorgen. Ist ja auch „igitt“. Kann man muss man aber nicht machen oder wie?

Aber es geht ja noch weiter. Fifi will lautstark darauf aufmerksam machen dass er Hunger hat. Also bellt er dermaßen dass den Nachbarn die Ohren schon abfallen. Bis er bekommt was er will … oder auch nicht. Dann bellt er weiter. Manchmal stundenlang mit wachsender Begeisterung. Man meint oft dessen Besitzer seien schlichtweg taub.

Auch nett ist, wenn ein Rottweiler ohne Leine aus dem Womo gesprungen kommt, erst mal über den halben Platz rast um alle umliegenden Nachbarn zu beschnuffeln. Mag ja sein, daß nicht jeder Rottweiler ein aggressiver Kampfhund ist der mit Leinenzwang bedacht werden muss. Dennoch, Liebe Hundebsitzer, es gibt auch Menschen die Angst vor Hunden haben. Schon mal drüber nachgedacht? Eher nicht.


Der Grill-König

Und dann kommt natürlich der Grill bis zum Abwinken zum Einsatz. Jawoll, wir haben den Platz teuer bezahlt, da muss es der Nachbar halt mal ne Stunde aushalten wenn ich den Platz komplett einräuchere um mir meine Wurst zu braten.

Dabei wird natürlich reichlich Alkohol mit dazu genossen. Und sollte sich dann tatsächlich mal einer der Nachbarn erdreisten den Räucher-König freundlich anzusprechen ob er seine Flamme nicht ggf etwas kleiner halten könne, wird der dann entsprechend frech zusammen gefaltet.

Und selbstverständlich sitzen die gesamten Freunde und Bekannten mit am Tisch. Grillen ist ja ein Gemeinschafts-Projekt. Also wird lautsark der gesamte Platz unterhalten, mit Gegröle, Kindergeschrei, Hundegebell, lauter Musik und allem was dazu gehört. Ich hab meinen Platz bezahlt, basta! Da kann ich dann aber auch machen was ich will. Rücksichtnahme? Fehlanzeige!

Hey, moment, ich grille auch super gerne! Es ist also nicht so daß ich was gegen´s Grillen hätte (kann man ja u.a. auch mit Gemüse). Aber das was teilweise auf den Plätzen los ist toppt alles was man sonst so kennt. Da wird ungeniert der halbe Platz mit heftigsten Rauchschwaden zu ge-smogt, die (Essens-)Reste werden ins Gebüch geschmissen oder (noch) glühende Kohlen die Böschung herunter geschüttet – aus den Augen aus dem Sinn. Nach mir die Sintflut, ich hab bezahlt – ich mach was ich will.

Es geht auch anders und Gott sie dank gibt es auch die anderen Beispiele rücksichtsvoller Camper die nicht so agieren. Leider geraten die aber immer mehr in die Unterzahl.

Weitere Beispiele gefällig warum viele Menschen nicht auf so einen Camper gehören?


Umweltschweine

Umweltschweine bei der Arbeit … gesehen August 2021 auf einem Campingplatz in Südfrankreich. Unser direkter Platznachbar lässt ungeniert sein Grauwasser auf den Platz laufen.

Unverschämte Egoisten

Meine Frau sagt zu mir: „Du hör mal, was plätschert denn da als…?“ Ich schaue zu unserem direkten Nachbarn neben uns auf dem Campingplatz herüber (der Abstand beträgt vielleicht 2m) und traue meinen Augen nicht! Aus dessen Abwassertank läuft minutenlang ganz gemütlich eine stinkende, schaumige Brühe heraus. Der lässt doch original sein Altwasser auf den Campingplatz ablaufen obwohl es am Eingang eine grosse, komfortabel anzufahrende Entsorgungsstation gibt. Ich fass es nicht.

Gehe also herüber um den Mann zur Rede zu stellen – Pfeifendeckel, das Womo ist abgeschlossen, die Leute sind derweil in aller Seelenruhe spazieren gegangen! Kein Mensch da. Wie kann das sein?`
Macht ihr das auch zuhause denke ich nur… doch, es ging nicht anders, ich habe dann den Leuten an der Rezeption Bescheid gegeben, allein schon weil ich sowas hasse… solch eine unglaubliche Arroganz und Egoimus ist heute leider Gang und Gäbe.


Van-Lifer ohne WC

Und dann kommen als nächstes nun noch die ganzen schicken jungen „Van-Lifer“ dazu. Ein schnell zusammen geschusterter Alt-Bulli, Sprinter oder Ford-Bus der mit 250.000km günstig geschossen wurde, wird dann mit Billig-Holz-Fichtenpaneele und Bananenkisten „liebevoll ausgebaut“.
Ja, ja, ist ja schon klar … wir alle waren mal jung und hatten (haben) wenig Geld. Auf Youtube kann man jede Menge von diesen Kisten sehen, mal mehr mal weniger gut gemacht – aber zu 99% ohne WC an Bord.
Also was macht man da? Man ist sich doch nix zu schade, wir sind doch „voll Öko“ und gaanz „natürlich“. Logo, greifen wir uns einfach unsere Klorolle und gehen ins nächste Gebüsch um dort hin zu kacken… Lecker und voll öko für die Umwelt.

Mittlerweile hat diese (Un-)Art des „Vanlife“ zu leben derart Überhand genommen, dass z.B. in Portugal das jahrelang gefeierte „Frei-Stehen“ per Gesetz komplett strikt verboten wird.

Vanlife

Alle bekannten Freisteh-Plätze werden nach und nach zu gemacht. Einfach weil ein großer Teil der „Yuppy-Öko-Vanlifer“ ohne WC an Bord mittlerweile ganze Landstriche zugeschissen haben, sogar vor Naturschutzgebieten wird dabei nicht halt gemacht.

Letztens war ein Bericht im TV darüber, da stehen sogar riesige 8m-Womos mitten in einem Naturschutzgebiet in Portugal und lassen ihren gesamten Fäkaltank ab weil sie zu faul sind den Platz zu verlassen um Regelkonform auf einem Camping oder Stellplatz zu entsorgen. Wäre ja ihr toller Freisteh-Platz mit Meeblick weg hinterher. Also nach mir die Sintflut und auf die Klappe.

ARTE, „Campen in Portugal“, TV-Bericht, 10.02.20

Wasser und Müll-Entsorgung

Wasservorrat im Camper

Waschen müssen wir uns ja auch nicht so oft wenn man jung ist, gell? Reicht doch auch mal wenn man einmal in der Woche duscht… oder?


Viele dieser selbst ausgebauten Vans haben gerade mal 20L Wasser dabei. Das reicht bei 2 Personen für 2x Händewaschen am Tag, ein bissl Katzenwäsche und nen Kaffee morgens. Für mehr aber auch nicht. Nun ja, Hygiene ist ein sehr persönliches Thema und da muss jeder selber wissen was er/sie macht. Trotzdem glaube ich nicht dass man vernünftig mit solch einem Wasservorrat auskommen kann ohne dabei auf ausreichende und angemessene Hygiene zu verzichten.


Glamping und „Platzwächter“ on Tour

Wir wissen ja schon seit Mallorca, daß des Deutschen liebste Beschäftigung im Urlaub das „Platz freihalten mit Handtuch“ am Strand ist. Nun das wird auf Camping- und Stellplätzen heute bald auch zum Standard. Man kommt hin und stellt erst mal auf dem Nachbarplatz dick und breit ein paar Stühle hin, damit da auch ja keiner parkt. Das ist schon unverschämt. Es geht aber noch dreister.

„Glamping“ ist das neue Schlagwort heute. Ein Ausdruck des allgemein gefeierten „höher, schneller, weiter“, frei nach dem Motto „…ich hab den Größten“. Mit Camping allerdings hat das nicht mehr allzuviel zu tun. Eher mit reiner Protzerei und Angeberei.

Die Dreistigkeit treibt manch einer auf die Spitze indem er/sie einfach gleich 2 Plätze nebeneinander belegt! Auf einem Platz steht dann das Wohnmobil, auf dem anderen Platz wird die Markise so weit ausgefahren und mit Sturmbändern weiträumig abgeriegelt so daß sicher kein zweiter den Platz neben ihm belegen kann. Dann noch schnell die Stühle drum drappieren, Tisch, Kühlschrank, Weber-Grill raus holen und weiträumig um das Fahrzeug verteilen.

Wer noch ein Boot oder einen Anhänger mit einem Kleinwagen dabei hat ist dann auch ganz klar im Vorteil, weil dann kann der 2. Platz ja noch besser begründet werden. Das stellt man dann auch nochmal weiträumig ums eigene Fahrzeug herum auf.

„Wer hat der hat…“

Das soll noch Camping sein? Nee, sorry das hat alles mit Camping nichts mehr zu tun. Nein, man muss ja nicht in Sack und Asche gehen nur weil man mit einem Camper unterwegs ist. Mache ich auch nicht.
Aber bei diesen Leuten die solche Fahrzeuge fahren und so agieren hat das nichts mehr mit dem freien Leben des campens zu tun sondern es ist reine Angeberei. Zu zeigen was man hat, was man sich „leisten“ kann. Oder eben nicht. Wenn man bedenkt dass so ein Fahrzeug ruck-zuck mal eben 250.000.- € und mehr (!) kosten kann (nach oben gibt es so gut wie keine Grenzen, der teuerste Camper liegt bisher bei ca. 1,5 Mio €), dann weiss man dass es hier mehr nicht um „freies Leben in der Natur“ geht. Sondern um Angeberei.

Nein, ich kann mir so einen Mega-Camper nicht leisten, will ich aber auch gar nicht haben.

Und hier hört für mich der Spaß des Campens auch endgültig auf. Denn es treibt nur noch seltsame Blüten.

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